1200-Jahr-Feier


Im Jahr 2013 wurde Escherode 1200 Jahre alt.

Neben vielen Festivitäten wurde eine Rose auf den Namen des Dorfgründers getauft.

'Esiko' die Escheröder Jubiläumsrose

(Züchter: Meier-Dinkel 1994 / 2013)

Taufe der Rose 'Esiko'anlässlich der 1200-Jahrfeier in Escherode am 3. August 2013
siehe Fotogalerie

Entstehung
Die Rose 'Esiko' ist im Jahr 1994 in einem Privatgarten in Escherode als Zufallssämling entstanden. Die Eltern sind mit großer Wahrscheinlichkeit eine halbgefüllte Zuchtform der Vielblütigen Rose (Rosa x multiflora 80/240-1)) und die in Skandinavien verbreitete Sorte 'Dornenlose Kreiselrose' (Rosa x suionum) (Abb. 1). 'Esiko' besitzt drei Chromosomensätze (ist also triploid, 3n), da R. x multiflora diploid (2n) und R. x suionum tetraploid (4n) ist.


die beiden Abbildungen links und Mitte: 'Dornenlose Kreiselrose' (Rosa x suionum), alte schwedisch-norwegische Sorte, entstanden vor 1845

die Abbildung rechts: : Rose 'Esiko'. Die Rose trägt kleine vollgefüllte Blüten in Büscheln. ( Die helle Rose in der Mitte des Fotos ist 'Lykkefund' )



Beschreibung

Die Rosensorte 'Esiko' gehört in die Gruppe der Rambler-Rosen (Rankrosen). 'Esiko' kann als Kletterrose an einem Baum, einer Hauswand, einem großen, stabilen Obelisken oder einer Pergola (Abb. 2), aber auch als freistehende Strauchrose gepflanzt werden. Als Kletterrose erreicht sie etwa 4 bis 6 m Höhe, als frei stehender Strauch wird sie 2 bis 3 m hoch und bis 4 m breit. Ihre kleinen, duftenden Blüten erscheinen in Büscheln zu 10 bis 20 am vorjährigen Holz und sind 3 bis 4 cm groß. Die dichte Füllung und die etwas gedrehten Blütenblätter erinnern an 'Alte Rosen'. Die Farbe ist anfangs ein reines Rosa, welches beim Verblühen, besonders bei Hitze und in voller Sonne, zu Hellrosa bis Weiß verblasst. Ein Stauch mit unterschiedlich alten Blüten zeigt dadurch ein schönes Farbspiel. Die blühfreudige Rose ist einmal blühend und blüht überreich für 3 bis 4 Wochen im Juni.

Die Jahrestriebe sind fast stachellos, werden bis zu 4 m lang und lassen sich Rambler-typisch gut biegen. Die gesunden Blätter setzten sich meist aus 7 Fiederblättchen zusammen.

'Esiko' hat sich in den sehr kalten Wintern 2010/11 und 2011/12 mit Temperaturen von bis zu – 25 °C als vollkommen frosthart und kälteunempfindlich erwiesen. Das Holz zeigte bis in die Spitzen keinerlei Frostschäden.

Die Rose ist für ein breites Standortspektrum geeignet und verträgt auch Halbschatten (mindestens 5 Stunden Sonne pro Tag). Ein Erziehungs- oder Rückschnitt ist in den ersten Jahren nicht erforderlich. Die Rose entwickelt sich am besten, wenn sie frei wachsen kann. Soll die Rose einen Baum oder eine Pergola beranken, empfiehlt es sich, die langen neuen Jahrestriebe hochzubinden. Nach mehreren Jahren können einzelne Stämme zur Verjüngung möglichst bodennah entnommen werden. Aufgrund des gesunden Laubes der Rose sind Pflanzenschutzmaßnahmen nicht erforderlich.

Die Rose 'Esiko' kann im Februar/März über Steckholz und zur Blütezeit über Grünstecklinge vermehrt werden.

'Esiko' wächst bereits in mehreren Gärten in Escherode und im Raum Kassel. Sie steht auch in der Rosensammlung im Bergpark in Kassel-Wilhelmshöhe in Quartier 1. Über Rosenfreunde ist die Rose bereits nach Süddeutschland, Holland und nach Schweden verbreitet worden.

Namensgebung

Die Rose ist nach Esiko, dem Namensgeber des Geschlechts der Esikonen benannt. Sein Vater Graf Hiddi (* um 750/756, † um 813) gründete nach 770 im Gebiet um den Havucabrunno (Habichtsborn) eine Rodungssiedlung und nannte sie nach seinem Sohn Esiko Esekerode. Der Ort wird erstmals in einer Urkunde Karls des Großen vom 8. Mai 813 erwähnt. Esikos Name findet sich noch heute in dem des Ortes Escherode (Ortsteil von Staufenberg / Niedersachsen) im Kaufunger Wald östlich von Kassel.

Dr. Andreas Meier-Dinkel, Escherode